Forschung in Südafrika

Anna Zmuda ist seit 2014 bei UM Deutschland und als Head of Research in der Abteilung Marketing Intelligence zuständig für Konsumenten- und Werbewirkungsforschung. Anfang dieses Jahres wechselte sie ihren Schreibtisch und erforschte den südafrikanischen Markt: Wie ist das Mediennutzungsverhalten der Südafrikaner? Welche Musik hören sie? Und wo kaufen sie ein? Was sie in drei Monaten im Rahmen des Mediabrands Flite Mobility Programms erlebt hat, berichtet sie hier.

 

Bei UM ist Research ein wichtiges Thema und einer der ersten Bausteine unseres Versprechens „Better Science, Better Art, Better Outcomes“. Da UM Deutschland in diesem Bereich Vorreiter ist, hatte ich genügend Möglichkeiten, als einzige Forscherin im südafrikanischen Team meine Research Expertise einzubringen. Sei es im Umgang mit unserer UM eigenen (globalen) Social Media Studie WAVE oder unserem Connections Panel. Es gab für mich direkt eine Menge zu tun und ich konnte dem Team zeigen, wie man Forschungsergebnisse gewinnbringend in Strategie und Mediaplanung integriert.

 

Wie ticken eigentlich die südafrikanischen Konsumenten?

 

Forschungsexpertin heißt aber nicht automatisch Expertin des südafrikanischen Marktes und so war ich bei der Interpretation der Daten stark auf die Hilfe meiner Kollegen angewiesen. Diese haben die Gelegenheit gerne genutzt, nicht nur ständig mir zuzuhören (was sie tatsächlich immer sehr geduldig getan haben), sondern mir bereitwillig und ausgiebig über sich zu erzählen: über ihr Social Media Verhalten, über die Momente, in denen sie bevorzugt ihre Lieblingskünstler hören, oder wie sie sich jeden Morgen fühlen, wenn sie sich durch den Verkehr in Johannesburg kämpfen müssen. Alles wichtige Insights, die wir u.a. beim Launch von Spotify in Südafrika einsetzen konnten. Da ich vorher noch nie bei einer Produktneueinführung mitwirken durfte und Spotify tatsächlich eine meiner Love Brands ist, war der Launch einer meiner beruflichen Highlights.

 

Ab Minute eins habe ich mich als vollständiges Mitglied des Teams gefühlt. Vielleicht lag es daran, dass meine Kollegen einfach toll waren. Vielleicht aber auch daran, dass einem das Mediabrands Netzwerk das Gefühl einer großen Familie vermittelt. Vielleicht war es auch einfach die Kombination aus beidem.

 

Frankfurter Kleinmarkthalle vs. Löwen im Nationalpark

 

Natürlich wurde ich dazu ermutigt, die schönen Seiten des Landes zu erkunden und möglichst viele neue Dinge auszuprobieren. Johannesburg ist anders als Frankfurt. In der Art zu Arbeiten. In der Art zu Leben. Einfach in Allem. Natürlich spielt der Sicherheitsaspekt hier eine besondere Rolle: Tagträumen ist nur hinter hohen Mauern möglich und Sätze wie “just be aware and you will be okay” hört man zu Genüge.

 

Dennoch kann ich sagen, dass das Leben in solch einer von ihrer Geschichte geprägten und voller Gegensätze gezeichneten Stadt, etwas ganz Besonderes ist. Sie ermöglicht es einem jeden Tag, neue Dinge zu entdecken und spannende weltoffene Menschen kennenzulernen. Eine Fahrradtour durch Soweto (das größte Township Südafrikas), das Suchen von Löwen im Krüger Nationalpark oder eine Graffiti Tour in Maboneng (das Hipster Viertel von Johannesburg) sind dabei nur wenige beispielhafte Unternehmungen, die ich gegen Samstagmittag an der Kleinmarkthalle eingetauscht habe.

 

Die Kraft des Agenturnetzwerks

 

Das, was mich aber am nachhaltigsten beeindruckt hat, war die Art und Weise des Umgangs und der Zusammenarbeit miteinander. Immer wieder wurde ich gefragt, was ich am tollsten an Südafrika finde. Und ja, da gibt es vieles: die Natur, das Essen, die Sonne, die einem nahezu täglich entgegenlacht. Aber letztendlich sind es tatsächlich die Südafrikaner selbst und ihre lebensbejahende positive Art, die einen nicht mehr loslassen. Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, die es aber mit einer sehr hohen Akzeptanz für Andersartigkeiten schaffen, gute Ergebnisse zu erzielen.

 

Zusammenfassend kann ich sagen:

  • Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gekommen. Es ist einfach toll, Teil einer Agentur zu sein, die ihre Mitarbeiter zwar ins kalte Wasser wirft und einem damit genug Freiheiten einräumt, ihren Arbeitsbereich und die zu bewältigenden Aufgaben selbst zu gestalten, die einem aber auch hilft, wenn man nicht mehr alleine schwimmen kann.
  • Johannesburg ist gefährlich und hat leider nicht nur freundliche Einwohner. Dennoch strahlt die Stadt mit ihren vielen schönen versteckten Ecken etwas sehr Faszinierendes aus.
  • UND das Wichtigste: Jo´burgers sind einfach großartig. Ich bin meinen Kollegen sehr dankbar, dass sie mich sofort in ihr berufliches und privates Umfeld adoptiert, mich mit ihrer Lebensfreude angesteckt, mir viele tolle Orte gezeigt und damit meinen Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.