Tracking everything

„Was man hat, das hat man.“Aber was hat man dann davon?

DCD
Wir leben in einer vernetzten Welt. Ganz gleich, welche Webseite wir besuchen, welche Apps wir benutzen und mit welchen Menschen wir uns austauschen, überall hinterlassen wir einen digitalen Fußabdruck.

 

Jeden Tag werden mehr und mehr Verhaltensdaten kreiert. Oft macht es die Internetnutzung komfortabler.
Zum Beispiel schließt Netflix anhand von Nutzerdaten darauf, welche Filme wir mögen und optimiert daraufhin, welche Videos wir individuell vorgeschlagen bekommen.
Google individualisiert Suchergebnisse und Werbungtreibende messen, welchen Effekt Banner auf Kaufwahrscheinlichkeiten haben. Trackingdaten helfen Unternehmen, das Verhalten der Konsumenten besser zu verstehen und ihre Dienste auf individuelle Kundenwünsche anzupassen.

 

Das Nutzerverhalten auf Webseiten und Plattformen wird meist über Tracking-Pixel (Cookies) erfasst. Ein „Pixel“ oder „TAG“ ist ein kleiner Software-Schnipsel, der im Hintergrund der Seite eingebaut wird, um unbemerkt Informationen zu sammeln, z.B. über die Nutzer und deren Verhalten auf der Seite.

 

Aber manchmal werden diese TAGs auch einfach vergessen und leben als Code-Schnipsel in der Tiefe einer Webseite weiter. Sie sammeln dann weiterhin Daten – vielleicht auch ohne unser Wissen.
Häufig ist die Kontrolle über diese Code-Schnipsel in einem Unternehmen über mehrerer Abteilungen und Partner verteilt (z.B. IT, Webseiten UX (Kreativ-Agentur), Marketing (Media Agentur) und Customer Relations (Social Media Agentur)). Dadurch steht niemand in der Verantwortung. Aber gerade hier ist es wichtig, zu wissen, wer wirklich welche Informationen mitliest. Hier ein Beispiel: Ein externer Datenanbieter sammelt nach Ablauf einer gemeinsamen Werbekampagne über den zur Messung der Wirkung eingebauten Kampagnen-Tag weiterhin Informationen über die finanzkräftigen und damit für andere Markeninhaber sehr attraktiven Website-Nutzer. Ohne das Wissen des Website-Inhabers, können die so generierten Nutzerprofile an z.B. einen Anbieter hochwertiger Uhren oder gar einen Konkurrenten aus dem Fashion-Bereich weiter veräußern werden, sodass die Kampagnen des Konkurrenten effizienter werden.

 

Die Wahrheit ist leider, dass viele Unternehmen weder wissen, wie viele Fremdcode-Schnipsel in der eigenen Seite schlummern, noch für wen diese TAGs Daten sammeln und welchen Wert diese Daten für das eigene Marketing als auch für andere Unternehmen haben könnten.

 

Es fehlt oft an einer ganzheitlichen, bewusst umgesetzten Datenstrategie. Dabei sind die Antworten auf diese Fragen für Unternehmen aus vielen Perspektiven entscheidend.

 

Wie sieht die deutsche Tagging-Landschaft aus?

 

Um sich ein Bild über die aktuelle Tagging-Landschaft zu machen, hat UM in den letzten Wochen die 350 wichtigsten deutschen Webseiten untersucht.